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Aus der Geschichte


Möhrendorf um 1721
Lageplan Möhrendorf um 1721

Die Anfänge von Möhrendorf reichen weit in die Vergangenheit zurück. Es dürfte sich hier um eine sehr alte Siedlung handeln, die sicher über 1.000 Jahre alt ist. Aufgrund vieler prähistorischer Funde läßt sich eine Besiedlung schon 2000 v. Chr. nachweisen. Am 1. November 1007 findet Möhrendorf als "Merdindorf" erstmals urkundliche Erwähnung, als der Königshof Forchheim mit 14 dazugehörenden Dörfern von Kaiser Heinrich II. dem Bistum Bamberg übereignet wurde. Die erste Silbe des Ortsnamens leitet sich von dem Personennamen "Mardo" ab und nicht von Martin. Auch das alte Patrozinium der Möhrendorfer Kirche hat keinerlei Beziehung zu Sankt Martin, sondern zum heiligen Oswald aus der Zeit vor der Reformation, dessen Kult in Ostfranken besonders durch die Schottenmönche des 11./12. Jahrhunderts verbreitet wurde.

 

Im Jahre 1062 erscheint der Ort als "Merindorf', 1421 als "Merendorf', woraus sich im Wandel der Zeiten dann die Bezeichnung "Möhrendorf' entwickelte. Möhrendorf kam bald in Beziehung zu der früheren Amtsstadt Baiersdorf, die im Jahre 1062 erstmals urkundlich erscheint. Schon um 1340 hatte der dortige Vogt den Kirchweihschutz zu übernehmen, und seit 1524 gehörte Möhrendorf dann zum Hochgerichtsbezirk Baiersdorf. Als 1546 im Amt Baiersdorf die Reformation eingeführt wurde, war auch Möhrendorf betroffen. Das Patronat kam vom St.-Martinsstift an den Besitzer des früheren Rittergutes Oberndorf, Leo von Schürstab, der den Amtmann in Baiersdorf um Vermittlung eines lutherischen Geistlichen gebeten haben soll. Der Markgraf übernahm 1663 Möhrendorf und unterstellte die Pfarrei dem Dekanat Baiersdorf. Um 1690 zählte die damalige Pfarrgemeinde etwa 800 Seelen.

 

Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges waren für das Dorf mit großen Drangsalen und wiederholten Brandschatzungen verbunden, denen auch die alte Wehrkirche zum Opfer fiel. Erst im Jahre 1672 konnte das Gotteshaus als Chorturmkirche aus Sandsteinquadern mit quadratischem Chor im Turmobergeschoß wieder aufgebaut werden. Bis 1691 befand sich neben der Kirche das Pfarrhaus, dann entstand ein neues am nördlichen Ortsausgang des Dorfes. Das jetzige Forsthaus entstand 1793 als Bauernhaus und stammt aus einem Gutsrest einer 1816 aufgelösten Besitzung, die seit 1387 dem früheren Karthäuserkloster in Nürnberg als Lehen gehört hatte. Die daneben erbaute Gastwirtschaft Förster war früher die Tabernwirtschaft "Zum grünen Baum", ein Türschlußstein weist als Baujahr 1777 aus. Am westlichen Ortsausgang befindet sich ein sehr alter Bildstock aus der Zeit um 1500, er ist aus Sandstein gehauen und zeigt ein Relief mit Kreuzgruppe. An diesem führte die Hauptverkehrsstraße der damaligen Zeit vorüber, sie verlief von Forchheim über Burk, Hausen, Seebach, Möhrendorf, Alterlangen, Bruck nach Nürnberg und trug die Bezeichnung Johannesweg. Das Gebiet der heutigen Bundesstraße 4 war damals noch teilweise versumpft. Nördlich an der alten Straße befand sich vermutlich seit 1388 ein prächtiger Renaissancebau - das 1632 zerstörte Wasserschloß Scharfeneck. Hier regierten zeitweise die einstigen Burg- und Markgrafen, denen auch Möhrendorf unterstand. Möhrendorf war bereits früher ein großes, aufstrebendes Dorf, in dem laut Stand der Baiersdörfer Zünfte von 1830 ein Bäcker, ein Büttner, ein Wagner, ein Schmied, drei Metzger, drei Weber und vier Schneider ihr Handwerk ausübten.

 

Charakteristisch für Möhrendorf sind die hier an der Regnitz noch vorhandenen etwa 12 Wasserschöpfräder, die vom Frühjahr bis zum Herbst das wärmere und sauerstoffreiche Oberwasser mit ihren Kümpfen schöpfen und somit die anliegenden Wässerwiesen äußerst ertragreich machen. 

Von den gänzlich aus Holz gefertigten Schöpfrädern wird bereits 1413 berichtet; heimkehrende Kreuzfahrer sollen sie hier eingeführt haben. Als technische Denkmale wurden sie unter Denkmalschutz gestellt und erhalten auch staatliche Förderung.

 

War Möhrendorf früher eine landwirtschaftlich orientierte Gemeinde, ist nunmehr der Bestand an landwirtschaftlichen Betrieben stark zurückgegangen, es gibt nur noch wenige Vollerwerbslandwirte. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Gemeinde, bedingt auch durch die Nähe zur Stadt Erlangen, überwiegend zur Wohngemeinde. Die meist berufstätigen Einwohner sind in Erlangen und Nürnberg beschäftigt. Die Einwohnerzahl hat sich nach 1945 kontinuierlich erhöht, zum einen durch die starke Zuwanderung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und zum anderen durch die Zusammenlegung der früheren Gemeinde Kleinseebach mit der Gemeinde Möhrendorf im Jahre 1971. Zur Zeit leben etwa 4.400 Einwohner in der Gemeinde. Vorhanden sind die erforderlichen kommunalen Einrichtungen. Auch bietet die Gemeinde ihren Bürgern ein hohes Maß an Wohn- und Freizeitwert. Die verkehrstechnisch günstige Lage im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. an der Autobahn A 73, bringt eine verstärkte Nachfrage nach Baugrundstücken mit sich, so dass auch in den nächsten Jahren mit einer Steigerung der Einwohnerzahl gerechnet werden kann.

 

(Quellennachweis: nach Aufzeichnungen von Herbert-Johannes Schneider, Baiersdorf)

 

Weitere Infos aus der Geschichte Möhrendorfs und seiner Kirchen erhalten Sie auch unter www.st-elisabeth-moehrendorf.de



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